Jahresbericht 2025
Die bisherige Verbesserung der Luftqualität in der Ostschweiz hat sich 2025 weiter bestätigt. Hervorzuheben ist die erneute Unterschreitung des NO2-Jahresmittelwertes an allen automatischen Messstandorten. Trotz der Verbesserung sind weiter Grenz- und Richtwertüberschreitungen vorhanden, dies bei den maximalen Feinstaub PM10 und PM2.5-Tagesmittelwerten, beim krebserregenden Russ, beim Ozon und beim Ammoniak. Aufgrund der noch bestehenden Grenzwertüberschreitungen und der von der Eidgenössische Kommission für Lufthygiene (EKL) empfohlenen Senkungen der Immissionsgrenzwerte im Sinne des Gesundheitsschutzes sind weitere Anstrengungen zur Schadstoffverminderung notwendig.
Luftqualität 2025
Die Luftqualität in der Ostschweiz hat sich 2025 gegenüber den Vorjahren punktuell verändert, wie die Luftqualitätsmessungen von Ostluft belegen. Die Feinstaub PM10 und PM2.5-Jahresmittelwerte stiegen an einigen Standorten auf den Wert von 2023 an. Die Russbelastung blieb fast unverändert zu den Vorjahren. Bei Stickstoffdioxid ist weiterhin ein leichter Rückgang zu erkennen. Die Anzahl der Stundenmittelwert-Überschreitungen von Ozon ist im Vergleich zu den Vorjahren gesunken und der maximale Ozon-Stundenmittelwert bei 30°C auf den Wert von 2023 gestiegen, diese Effekte bei den Ozonwerten sind jedoch im Wesentlichen witterungsbedingt begründet. Die Belastung von Ammoniak bewegt sich seit zwei Jahrzehnten auf hohem Niveau ohne klar erkennbare Tendenz. Die Stickstoffdeposition ist im Vergleich zu den Vorjahren gesunken.
Die Feinstaub PM10 und PM2.5 Jahresmittelwerte konnten an allen Stationen eingehalten werden. Bei beiden Schadstoffen wird der Richtwert für den maximalen Tagesmittelwert vermehrt überschritten. Der Richtwert für Russ konnte auch im Jahr 2025 nicht eingehalten werden. Der Jahresmittelgrenzwert für Stickstoffdioxid wurde das zweite Jahr in Folge an allen automatischen Messstandorten eingehalten. Bei Passivsammler für Stickstoffdioxid an verkehrsexponierten und städtischen Standorten wurde der Jahreswert teilweise überschritten. Der Stundenmittelwert von Ozon wurde mehr als einmal überschritten und der monatliche 98%-Wert der Ozon-Halbstundenwerte wurde bei der Hälfte der Monate überschritten. Beim Critical Level für Ammoniak wird weiterhin eine grossflächige Überschreitung festgestellt, welche sodann auch für den Critical Load für Stickstoffeinträge in empfindliche Ökosysteme vorkommt.
VOC als Vorläufersubstanz von Ozon
Der vom Bundesamt für Umwelt (BAFU) publizierte Bericht zu den Messungen von VOC (volatile organic compounds) aus dem Jahr 2024 stützt sich auf Passivsammlermessungen an 26 Standorten. 1991 wurde an deren vier Standorten erstmals eine vergleichbare einjährige VOC-Immissions-Messkampagne in der Schweiz durchgeführt. Diese vier Stationen zeigen einen Rückgang der Immissionen der ausgewählten VOC von 1991 bis 2024 um 89 bis 93 %. Auch in den letzten zehn Jahren sind die VOC-Immissionen deutlich zurückgegangen, was die Wirkung der bisher getroffenen Massnahmen bestätigt.
VOC tragen zur Feinstaubbildung bei und gehören zusammen mit Stickstoffdioxid zu den Vorläufersubstanzen von Ozon in der bodennahen Grenzschicht der Atmosphäre. Diese beiden Sekundärschadstoffe sind auch im Ostluft-Messgebiet erhöht, was vor allem bei den Überschreitungen von Ozon relevant ist. Denn Ozon ist lediglich durch die Regulation der Vorläufersubstanzen zu beeinflussen. Daher ist eine weitere Minimierung der VOC weiterhin relevant.
Eine in diesem Bereich etablierte Massnahme zur Reduktion der VOC-Emissionen ist die Lenkungsabgabe. Der Bundesrat wurde durch die Motion 24.3388 beauftragt einen Bericht zur Lenkungswirkung der Lenkungsabgabe auf VOC vorzulegen. Dieser wird zurzeit ausgearbeitet und wird anschliessend dem Bundesrat und dem Parlament vorgelegt.
Massnahmen schützen die Gesundheit
Die bereits getroffenen und umgesetzten Massnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zeigen ihre Wirkung. Die technologische Entwicklung von schadstoffarmen industriellen Prozessen, Feuerungen und Motoren schreiten weiterhin voran. Am angestrebten Ziel, einer sauberen und gesunden Luft, sind wir allerdings noch nicht angekommen. Nationale und internationale Forschungsarbeiten der letzten 20 Jahre belegen zusätzliche gesundheitliche Beeinträchtigungen, welche bereits bei deutlich tieferen Konzentrationen von Luftschadstoffen auftreten als früher angenommen. Gemäss der Kurfassung der Eidgenössischen Kommission für Lufthygiene (EKL) ist eine Prävention durch bessere Luftqualität kosteneffektiv und verbessert die öffentliche Gesundheit langfristig.
Herausforderungen liegen unter anderem beim Feinstaub in Bezug auf den Brems- und Reifenabrieb von Fahrzeugen, bei der Reduktion der Ammoniak-Emissionen, beim emissionsarmen Betrieb von Holzfeuerung und bei der Regulierung der Vorläufersubstanzen von Ozon. Das Umweltschutzgesetz fordert grundsätzlich die Minimierung des Schadstoffausstosses durch die Umsetzung des bestmöglichen Standes der Technik bei allen Quellen.
Persönlicher Beitrag
Jede Person kann dazu beitragen, dass die Luft gesünder wird. Zum Beispiel durch eine fachgerechte Betreibung der Holzfeuerung und durch das Nutzen von Velo und öffentlichem Verkehr. Weitere Beispiele finden Sie hier
Luftqualität nach Schadstoffen
Feinstaub PM10
Die Entwicklung der PM10 Feinstaubkonzentration zeigt ein positives Bild. Über die letzten zwanzig...
Mehr erfahrenFeinstaub PM10
Die Entwicklung der PM10 Feinstaubkonzentration zeigt ein positives Bild. Über die letzten zwanzig Jahre gesehen, ging die PM10 Feinstaubkonzentration im Jahresmittel hauptsächlich zurück. An einigen Standorten stieg der Wert im Vergleich zum Vorjahr an. Trotzdem überschritt keine Messstation in der Ostschweiz den Jahresmittel-Grenzwert. Der Tagesmittel-Grenzwert 2025 wurde nur vereinzelt überschritten.
Die Jahresmittelwerte der PM10 Feinstaubkonzentration haben seit Messbeginn deutlich abgenommen. 2025 nahmen die Konzentrationen im Vergleich zum Vorjahr etwas zu und war somit vergleichbar mit dem Jahr 2023. Der Jahresmittel-Grenzwert von 20 µg/m3 wurde auch im Jahr 2025 an allen Messstandorten in der Ostschweiz eingehalten. Am Standort Chur A13 wurde das höchste Jahresmittel mit 15.5 µg/m3 gemessen. In ländlichen Gebieten und besonders in höheren Lagen war die PM10 Feinstaubkonzentration im Jahresmittelwert zwischen 7 und 10 µg/m3 am geringsten.
Hintergrundwissen:
- Zur deutlichen Entlastung tragen grundsätzlich die umgesetzten Massnahmen bei Holzfeuerungen und in der Industrie sowie die Dieselpartikelfilter bei PW und Nutzfahrzeugen bei. Der Minderungseffekt wird jedoch auch verstärkt durch den Rückgang von Inversionslagen in den letzten Jahren. Das sind Witterungsphasen, während denen das Mittelland lange Zeit unter einer Hochnebeldecke liegt. Bei solchen Inversionslagen ist der Luftaustausch stark eingeschränkt und in der Folge reichern sich die Luftschadstoffe aus dem Verkehr, den Feuerungen sowie Industrie und Gewerbe in den bodennahen Luftschichten an.
Feinstaub PM2.5
Seit 2016 wird die PM2.5 Feinstaubkonzentration im Ostluft-Gebiet an ausgewählten Stationen...
Mehr erfahrenFeinstaub PM2.5
Seit 2016 wird die PM2.5 Feinstaubkonzentration im Ostluft-Gebiet an ausgewählten Stationen gemessen und seit 2019 gilt dafür in der Schweiz ein Jahresmittel-Grenzwert von 10 µg/m3. Die PM2.5 Feinstaubkonzentrationen zeigen grundsätzlich einen abnehmenden Trend, wobei die Jahresmittelwerte im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr auf den Wert von 2023 angestiegen sind.
Bei den Messungen 2025 wurde der Jahresmittel-Grenzwert an keiner Messstation in der Ostschweiz überschritten. Der Jahresmittelwert befand sich über alle Messstationen gesehen zwischen 4.5 µg/m3 und 9.2 µg/m3. Die verkehrsexponierten Standorte im Siedlungsbereich zeigen dabei höhere Werte als Hintergrund-Standorte. Der WHO-Richtwert von 25 µg/m3 wurde bei allen maximalen Tagesmittelwerte im Jahr 2025 überschritten.
Tabellen Entwicklung der PM2.5-Jahreswerte
Russ eBC
Feinstaub-Partikel enthalten auch krebserregende Russteilchen (eBC) aus Dieselmotoren und ...
Mehr erfahrenRuss eBC
Feinstaub-Partikel enthalten auch krebserregende Russteilchen (eBC) aus Dieselmotoren und Holzfeuerungen. Die Russkonzentrationen liegen seit Messbeginn grossflächig deutlich über dem von der Eidgenössischen Kommission für Lufthygiene (EKL) empfohlenen Zielwert von 0.1 µg/m3.
Der Trend seit Messbeginn ist grundsätzlich sinkend. An einigen Standorten nahm die Konzentration zum Vorjahr ab, an einigen blieb sie gleich und an einzelnen nahm sie etwas zu. In den letzten Jahren schwankten die gemessenen Jahresmittelwerte, allerdings ist kein klarer Trend mehr ersichtlich. In den Siedlungsgebieten wurden 2025 Russ-Jahresmittelwerte zwischen 0.3 und 0.6 µg/m3 gemessen. Diese Werte waren höher als die gemessenen Standorte in den Kategorien “Dorf”, “Ländlich” und “Höhenlagen”. Den Anteil der Witterung oder der Emissionsentwicklung an der kurzfristigen Veränderung ist nicht zu quantifizieren.
Hintergrundwissen:
- Zur Abnahme der Konzentration haben unter anderem die Partikelfilter bei dieselbetriebenen PW, Lastwagen und Bussen sowie Partikelfilter bei grossen Holzfeuerungen beigetragen. Zur Erreichung des Zielwertes sind noch weitere Massnahmen nötig wie beispielsweise eine Filterpflicht bei dieselbetriebenen Arbeitsgeräten und Traktoren. Eine Herausforderung bleibt auch die Emissionsminderung bei Holzfeuerungen, die vor allem in der Anfeuerungsphase sowie beim Gluterhalt häufig sehr hohe Schadstoffemissionen verursachen.
Stickstoffdioxid (NO₂)
Die Stickoxidkonzentration in der Luft hat sich an den verkehrsbeeinflussten Standorten weiter...
Mehr erfahrenStickstoffdioxid (NO₂)
Die Stickoxidkonzentration in der Luft hat sich an den verkehrsbeeinflussten Standorten weiter verbessert. Der Jahresmittel-Grenzwert für Stickstoffdioxid wurde 2025 wie im Vorjahr an allen automatischen Messstandorten eingehalten. Das erfreuliche Resultat kann auch bei den Passivsammler gesehen werden. Bei den Kategorien “verkehrsexponiert” und “Stadt” lag der maximale Jahreswert bei 54.4 µg/m3, was deutlich geringer ist als der Wert im Vorjahr von 62.5 µg/m3.
Im Jahr 2025 wurde der Jahresmittel-Grenzwert von 30 µg/m3 das zweite Mal seit Messbeginn an allen automatischen Messtandorten eingehalten, wobei stark verkehrsbelastete Standorte wie Zürich Rosengartenstrasse zum Teil immer noch im Bereich des Grenzwertes lagen.
Die Häufigkeit von Tagen mit Grenzwertüberschreitungen an Verkehrsstandorten ist, wie beim Feinstaub, auch von der Häufigkeit und Stärke von Inversionen abhängig. 2025 blieben die NO₂-Jahresmittelwerte an den Hintergrundstandorten und den verkehrsbeeinflussten Messstandorten etwa gleich wie im Vorjahr. Der Tagesmittel-Grenzwert von 80 µg/m3 wurde 2025 an allen Standorten eingehalten.
Bei der Beurteilung der NO₂-Belastungen stützt sich Ostluft – zusätzlich zu den automatischen Messstationen – auf ein dichtes Netz von NO₂-Passivsammlern, im Jahr 2025 mit 135 Standorten. Dies erlaubt eine detaillierte Raumabdeckung.Die Passivsammlerresultate unterstreichen den Einfluss der Verkehrs- und Siedlungsdichte auf die NO₂-Belastung im gesamten Ostluft-Gebiet. Von hohen NO₂-Belastungen sind hauptsächlich städtische Gebiete entlang von stark befahrenen Verkehrsachsen sowie Autobahnstandorte betroffen. Auch spielt die Art der Bebauung spielt eine wichtige Rolle. Eine geschlossene Bebauung erschwert die Durchlüftung, sodass sich die Autoabgase unmittelbar entlang der Strasse anreichern und zu übermässigen Luftbelastungen führen können. Alle Standorte in der Kategorie “ländlich” und “Höhenlage” können den Jahreswert einhalten. Standorte, welche verkehrsexponiert sind, weisen einen Jahreswert zwischen 2.4 µg/m3 und 54.4 µg/m3 auf.
Tabellen Entwicklung der NO₂-Jahreswerte (Messstationen)
Ozon (O₃)
Der Rückgang der Überschreitungen des Stundenmittel-Grenzwert führte sich im Jahr 2025 fort...
Mehr erfahrenOzon (O₃)
Der Rückgang der Überschreitungen des Stundenmittel-Grenzwert führte sich im Jahr 2025 fort. Die höchste Anzahl Überschreitungen des Stundenmittels finden sich jeweils bei den Höhenlagen. Der abnehmende Trend im langjährigen Vergleich konnte damit bestätigt werden - trotzdem werden die Stundenmittel-Grenzwerte noch immer viel zu häufig überschritten.
In den letzten drei Jahren gab es einen Rückgang der Anzahl der Überschreitungen des Ozon-Stundemittel-Grenzwert in Höhenlagen. Die maximalen Ozon-Stundenmittelwerte waren allerdings im ähnlichen Bereich wie im Vorjahr. Für das Jahr 2025 lagen diese über alle Kategorien verteilt zwischen 123 und 174 µg/m3. Diese Werte liegen über den Stundenmittel-Grenzwert von 120 µg/m3. Die maximalen Stundenmittelwerte bei 30°C lagen an den Standorten deutlich über dem Vorjahreswert. Die Effekte bei den Ozonwerten sind im Wesentlichen witterungsbedingt begründet.
In den beiden Verlauf-Grafiken vom 1. April bis 30. September lässt sich erkennen, dass die Spitzen im Juni und im August 2025 vorhanden sind. Im Vorjahr waren die Spitzen Ende Juli und im August 2024. Das liegt daran, dass der Juni 2025 der zweitwärmste seit Messbeginn war und der August 2025 der achtwärmste (Quelle: Ozonsommer 2025, Bundesamt für Umwelt). Während hochsommerlichen Wetterlagen wird in der Luft aus Stickstoffdioxid und weiteren Luftschadstoffen viel Ozon gebildet. In der Folge steigt die nachmittägliche Ozonbelastung bei sonnigen Schönwetterphasen von Tag zu Tag an.
Ammoniak (NH₃)
Die Konzentration von Ammoniak (NH3) in der Luft bewegt sich seit zwei Jahrzehnten auf hohem...
Mehr erfahrenAmmoniak (NH₃)
Die Konzentration von Ammoniak (NH3) in der Luft bewegt sich seit zwei Jahrzehnten auf hohem Niveau ohne einheitliche Tendenz. Das meiste NH3 stammt aus der intensiven Tierhaltung. In der Stadt ist der Strassenverkehr die Hauptquelle. Ammoniak trägt zur Feinstaubbildung in der Luft bei und ist zudem Hauptbestandteil von übermässigen Stickstoffeinträgen aus der Luft in empfindliche Ökosysteme.
Der insgesamt höchstbelastete landwirtschaftlich geprägte Standort ist gesehen über die letzten drei Jahre der Standort “Weinfelden Weid”, 2023 → 10.8 µg/m3, 2024 → 8.3 µg/m3 und 2025 → 8.4 µg/m3. Mehr als die Hälfte der NH3-Jahresmittelwerte der landwirtschaftlich geprägten Standorte wiesen einen Wert über 3 µg/m3 auf. 3 µg/m3 ist die Critical Load für höhere Pflanzen inkl. Heiden, Weiden, Waldbodenvegetation.
Seit 2019 beprobt Ostluft Standorte in Naturschutzgebieten. Neben dem Naturschutzgebiet Bannriet in Altstätten (SG) mit einem Jahresmittelwert von 7.0 µg/m3 werden in weiteren Naturschutzgebieten in der Ostschweiz auch im Messjahr 2025 Ammoniakbelastungen festgestellt, die über dem für höhere Pflanzen verträglichen Niveau (Critical Level) von 3 µg/m3 liegen.
Die gemessene Ammoniakkonzentrationen in den ländlichen Gebieten ist direkt abhängig von der Intensität der landwirtschaftlichen Nutzung respektive der Nutztierdichte (siehe vierte Grafik). NH3 wird vor allem aus den Ausscheidungen der Tiere im Stall sowie bei der Lagerung und Ausbringung von organischem Hofdünger freigesetzt. Sowohl die räumlich und zeitlich stark variablen NH3-Verluste als auch der grosse Einfluss der Witterung sorgen dafür, dass die Konzentrationen zwischen den Jahren und im Jahresverlauf stark schwanken. Dies kann der letzten Grafik im Slide entnommen werden. Wobei die Schwankungen im Jahr 2025 bei den ausgewählten Standorten nicht klar typisch ausgeprägt sind.
Stickstoff-Deposition
Nach wiederholten Messprojekten hat Ostluft 2021 eine jährliche Bestimmung der Stickstoff-Deposition...
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Nach wiederholten Messprojekten hat Ostluft 2021 eine jährliche Bestimmung der Stickstoff-Deposition ins Messkonzept aufgenommen. Die Summe des Eintrags in Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr (kg N/ha und Jahr) unterschied sich je nach Standort. Bei der langjährigen Messreihe beim Bachtel ist in den letzten Jahren eine Abnahme zu erkennen, wobei im Jahr 2025 der bisher niedrigste Wert gemessen wurde seit 2001.
Die Bandbreite der Stickstoffeinträge aus der Luft ist auch im Jahr 2025 mit 13.8 bis 37.7 kg N/ha und Jahr an den gemessenen Standorten sehr gross. Unterschiede ergeben sich vor allem aus dem Anteil des Ammoniak-Stickstoffs (NH3-N). Entsprechend treten hohe Belastungen besonders in den Gebieten mit intensiver Viehwirtschaft auf. Geringer ist die Belastung in Gebieten mit mehr Acker- und Gemüsebau. An fast allen untersuchten Naturschutzflächen und extensiv bewirtschafteten Standorten werden die Critical Loads für empfindliche Ökosysteme überschritten.
Am langjährigen Standort im Bachtel, untersucht seit 2001, wurde im Jahr 2025 der tiefste Wert für den Eintrag von Stickstoffverbindungen aus der Luft gemessen, 18.7 kg N/ha und Jahr. Der Anteil von Ammoniak NH3-H ist dabei ähnlich wie im Vorjahr und der Unterschied trat hauptsächlich beim Ammonium NH4-N auf. Dieser Wert liegt somit erstmals in der Critical Load-Bandbreite für Laubwälder (von 10 bis 20 kg N/ha und Jahr).
Die Abnahme der Messgrösse kann an drei der vier dargestellten Standorte im Vergleich der beiden Vorjahreswerten festgestellt werden (dritte Darstellung). Die Messwerte liegen z.T. im Bereich der Critical Load für Stickstoff-N und z.T. fast bei 200 % des oberen Richtwerts.
Hintergrundwissen:
- Die Stickstoff-Deposition (Stickstoff-Gesamteintrag aus der Luft) umfasst den Eintrag von oxidierten und reduzierten Stickstoffverbindungen. Oxidierte Stickstoffverbindungen in der Luft wie Stickstoffdioxid und Nitrat stammen in der Schweiz hauptsächlich aus der Verbrennung fossiler Energieträger für Wärme und Mobilität. Reduzierte Stickstoffverbindungen in der Luft wie Ammoniak und Ammonium hingegen stammen zu über 90 Prozent aus der Landwirtschaft. Diese reaktiven Stickstoffverbindungen werden hauptsächlich als Gase (Ammoniak, Stickstoffdioxid) und in Feinstaubpartikeln sowie im Regenwasser (Ammonium, Nitrat) in empfindliche Ökosysteme eingetragen.
- Der übermässige Stickstoffaustrag aus der Luft hat für viele empfindliche Ökosysteme gravierende Folgen. Beispiele dafür sind Wälder, Trockenrasen und andere artenreiche Naturwiesen, Hochmoore, Flachmoore, Heidelandschaften und nährstoffarme Still- und Fliessgewässer. Diese auf wenig verfügbaren Stickstoff angepassten Systeme werden durch den Stickstoffeintrag überdüngt. Dabei kommt es zu veränderten Lebensbedingungen der Pflanzen und Tiere und gewisse Arten werden verdrängt. Der übermässige Stickstoffeintrag aus der Luft ist damit für eine Verringerung der Artenvielfalt verantwortlich und hat einen direkten Einfluss auf die Biodiversität.













